Freitag, 20. März 2015

Tag der positiven Diagnose

Das war und ist der große Tag!!!

Natürlich haben wir schlecht geschlafen und hatte beide, ohne darüber zu sprechen, Angst vor der heutigen Untersuchung.

Wir sind extrem pünktlich da gewesen, waren zu allen freundlich und Micha wurde gegen 09:00 Uhr in die Röhre gerufen.
Ich bin mitgegangen und habe mich an sein Fußende gesetzt.
Die beiden letzten Male saß ich dort auch und konnte Micha´s Augen durch den aufgesetzten Spiegel sehen. Er guckte immer, wie ein in die Enge getriebenes Kaninchen.
Heute hat er die ganze Zeit gegrinst, die Augenbrauen schelmisch hoch gezogen, mir zugezwinkert und mir mit der Hand gewunken.

Der Radiolologe, der uns nach der Auswertung der Bilder in sein Zimmer rief, war entgegen seines Verhalten an den anderen Terminen, plötzlich sehr freundlich, uns zugewand und geradezu fröhlich.
Er sagte:
Ja, das sieht doch gut aus. Der Befund nach der letzten OP hat sich verbessert, die nicht entfernten Tumorreste wären nun weg und auch an keiner anderen Stelle des Gehirns seien Herde zu erkennen.
Scheinbar würde die Behandlung der Onkologen sehr gut anschlagen und wir sollten bitte dort das weiter Vorgehen besprechen.
Als wir ihm sagten, das wir natürlich in die Onkologie gehen würden, aber keine Behandlung dort gemacht, sondern gefastet hätten, war er sehr erstaunt, da die Werte so gut seien.

In der Onkologie kam gleich der Chefarzt zu uns und ließ sich die ganze Geschichte erzählen. Er wirkte nicht so, als würde er die Methode nicht kennen, war aber dennoch skeptisch, obwohl er bestätigte, das Micha keine Tumore und Krebszellen mehr hat.
Er sagte, das würde bei einem Hirntumor wohl gehen, aber einem Krebskranken, der schon geschwächt gewesen wäre, wäre das unmöglich gewesen.
Das sehen wir zwar anders, aber was solls. Wir werden unseren Weg gehen und vielen Menschen davon berichten und dadurch auch anderen Menschen helfen.

Auf dem Rückweg zum Auto sind wir noch kurz zu Micha´s Lieblingsärztin und Operateurin Frau Zimmerling gegangen, die sich ungeheuer gefreut hat und sehr interessiert an der Methode war. Die Beiden haben sich sehr froh und liebevoll zum Abschied umarmt. :-)

Mittags waren wir noch kurz in der Bremer Innenstadt, da Micha eine neue Lesebrille haben wollte und haben sogar zur Belohnung eine Bratwurst bei Stockhinger gegessen.

Abends sind wir zu Michas gutem Freund K.H. gefahren, dem es auch schon lange nicht gut geht.
Dort haben wir geredet, gekocht, etwas getrunken und gegessen. Das war sehr schön.

Nun sind wir immer noch etwas paralysiert und liegen endlich im Bett.

Wir sind so erleichtert, das wir das tolle Ergebnis noch garnicht fassen können. Wir reiben uns ungläubig unsere Augen und denken wir träumen.
Plötzlich fallen die neun Monate von uns ab, all die Angst, die Resignation und alles andere.
Wie ein positives Loch, was sich vor uns auf tut.

Wir werden wohl noch einige Zeit brauchen um das alles ankommen zu lassen.

Wir danken euch, für eure Gedanken, eure Hilfe, eure Zuwendung und Liebe.

Wir werden euch noch lange erhalten bleiben.

Lasst euch umarmen.

Kuß, Micha und Alex

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen